Der Klang macht die Musik und ist maßgebend für jedes musikalische Genre. Die Dynamik der klassischen Musik, die Dichte des Hiphop, die Sortiertheit des Jazz und natürlich der Bassbereich fast aller elektronischer Subgenres. Oftmals sind die PA-Systeme zur Beschallung des Publikums kaum auf diese speziellen Bedürfnisse ausgelegt, was den Erfindergeist und die Experimentierfreude der Musiker auf den Plan ruft.
Die Idee dahinter ist nicht neu. Schon immer suchten sich Musiker die passende Location und das optimale Material, um die Intention oder das Gefühl der eigenen Musik vermitteln zu können. Das hier oftmals auch aus der Not der Möglichkeiten neue Stile und Sounds entstehen können, zeigen die so genannten »Soundsystems«.
Das »Soundsystem«, ein Zusammenschluss aus Plattenspieler, Effekten, Beschallungsanlage und den dazugehörigen Künstlern, fand seinen Ursprung im Jamaica der 50er Jahre. Die meist selbst zusammengebauten Geräte und Abspieltechniken gaben jedem Soundsystem seinen individuellen Sound.
Die Dancehall, Dubstep und Drum&Bass-Szene nutzt diese Idee bis heute und beschränkt sich bei Live-Auftritte nicht auf Schallplatten und Mikrofone, sondern schafft ganze Wiedergabesysteme, die dem Feeling und der Lautstärke der Musik gerecht werden sollen.

So fassten auch die Drum&Bass-Produzenten Lemon D und Dillinja bereits um die Jahrtausendwende den Plan zum Bau einer solchen Anlage, obwohl sich Ihre technischen Kenntnisse auf damals noch auf einfache Grundlagen beschränkten. Das 2003 fertiggestellte System stellte einen Meilenstein in Größe und Soundgewalt dar, nahm jedoch für den Transport schlussendlich drei 7,5 Tonner in Anspruch.

Die beiden Londoner Produzenten, mit bürgerlichen Namen Kevin King und Karl Francis, wurden vor allem durch die 1994 von Goldie gegründeten »Metalheadz« bekannt, dem wohl stilprägendsten Label des Drum&Bass bis heute. Gemeinsam hoben sie später »Valve-Recordings« aus der Taufe, auf dem beide Ihre Stücke bis heute veröffentlichen.
Der britische TV-Sender Channel 4 begleitete zu damaligen Start dieses Events die Künstler in einer kurzen Dokumentation, in der klar wird, was ein eigenes Soundsystem für die Besucher eines Events bedeutet, welche Probleme es jedoch auch mit sich bringt und wie viel Zeit man für die Entwicklung und Umsetzung braucht.
Auch die Red Bull Music Academy greift dieses Thema wieder auf. Unter dem Motto »How To Build a Soundsystem« findet ende August einer der ersten Workshops der ten-city-worl-tour in Cape Town statt. Mehr Infos findet Ihr unter RedBullAcademy.com.
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